Cornelius Schelling im Interview: „Irgendwann merkt man, dass Leistung allein nicht trägt“

Cornelius Schelling im Interview: „Irgendwann merkt man, dass Leistung allein nicht trägt“

Erfolg entsteht selten über Nacht. Er wächst aus Entscheidungen, Verantwortung und oft aus jahrelanger Anstrengung. Was dabei häufig übersehen wird, ist die Frage, wie lange ein Mensch diesen Weg gehen kann, ohne sich selbst zu verlieren. Cornelius Schelling beschäftigt sich seit vielen Jahren mit genau dieser Schnittstelle. Im Interview spricht er über seinen eigenen Weg, über Verantwortung und darüber, warum Gesundheit für ihn kein Nebenthema mehr ist.

Herr Schelling, womit beschäftigen Sie sich heute konkret und was ist der Kern Ihrer Arbeit?

Ich beschäftige mich mit der Frage, wie Menschen ihren eigenen Zustand besser verstehen können. Viele funktionieren im Alltag, merken aber, dass etwas nicht mehr stimmig ist. Es fehlt Energie, Ruhe oder Klarheit. Meine Arbeit besteht darin, diese Zusammenhänge einzuordnen und Orientierung zu geben, damit Menschen bewusster mit Belastung, Gesundheit und Verantwortung umgehen können.

Wie tun Sie das konkret? Wie sieht Ihre Arbeit in der Praxis aus?

Ich arbeite nicht mit festen Programmen oder standardisierten Abläufen. Im Mittelpunkt steht immer der einzelne Mensch und sein Alltag. Zunächst geht es darum, den aktuellen Zustand einzuordnen. Wie ist die Belastung verteilt, wie findet Regeneration statt, wo entstehen Spannungen. Viele haben dafür kein klares Bild. In Gesprächen werden diese Zusammenhänge sichtbar gemacht, sodass Menschen verstehen, warum sie sich so fühlen, wie sie sich fühlen. Daraus entsteht Orientierung, auf deren Basis eigenverantwortliche Veränderungen möglich werden.

Wenn Sie auf Ihren eigenen Weg zurückblicken: Wann wurde Ihnen bewusst, dass Gesundheit mehr ist als reine Leistungsfähigkeit?

Das war kein einzelner Moment, sondern ein längerer Prozess. Lange Zeit war Gesundheit selbstverständlich. Solange alles funktionierte, gab es keinen Anlass, sie zu hinterfragen. Erst persönliche Erfahrungen und schwere Erkrankungen im engsten familiären Umfeld haben gezeigt, wie schnell sich Stabilität verändern kann. Leistung allein trägt nicht, wenn die Grundlage fehlt.

Viele Menschen spüren Belastung, handeln aber nicht. Woran liegt das?

Belastung entsteht schleichend. Der Körper ist sehr anpassungsfähig. Man gewöhnt sich an Müdigkeit, innere Unruhe oder schlechten Schlaf. Irgendwann wird dieser Zustand normal. Der Satz „Es geht schon irgendwie“ zeigt, dass eigene Grenzen nicht mehr ernst genommen werden.

Sie sprechen häufig davon, dass Menschen ihren eigenen Zustand falsch einschätzen. Was meinen Sie damit?

Viele kennen ihren optimalen Zustand nicht. Sie vergleichen sich mit ihrem Umfeld und stellen fest, dass es anderen ähnlich geht. Daraus entsteht das Gefühl, alles sei in Ordnung. Dabei könnte es deutlich besser sein. Mehr Energie, mehr Ruhe, mehr Klarheit.

Was hat Sie dazu gebracht, sich intensiv mit Gesundheit auseinanderzusetzen?

Neugier und Verantwortung. Es ging darum zu verstehen, wie Leistungsfähigkeit entsteht und warum sie verloren geht. Nicht theoretisch, sondern ganz praktisch. Viele Gesundheitsansätze greifen zu kurz, weil sie Symptome betrachten, nicht Zusammenhänge.

Sie arbeiten heute viel mit Unternehmern. Was unterscheidet diese Gruppe?

Unternehmer tragen viel Verantwortung. Gleichzeitig sind sie es gewohnt, stark zu sein und Lösungen zu finden. Warnsignale werden daher oft ignoriert oder auf später verschoben. Gesundheit wird vertagt, bis es ruhiger wird. Dieser Zeitpunkt kommt selten.

Welche Rolle spielt Selbstwahrnehmung dabei?

Eine zentrale. Viele Menschen haben verlernt, auf ihren Körper zu hören. Sie reagieren erst, wenn Symptome deutlich werden. Gesundheit beginnt dort, wo Wahrnehmung wieder ernst genommen wird. Der Körper sendet ständig Signale.

Was bedeutet das konkret im Alltag?

Sich Fragen zu stellen, die lange vermieden wurden. Wie schlafe ich wirklich. Wie gehe ich mit Stress um. Wie oft finde echte Erholung statt. Diese Fragen sind unbequem, aber notwendig. Sie schaffen Klarheit.

Sie sprechen viel über Verantwortung. Wie definieren Sie diesen Begriff heute?

Verantwortung beginnt beim eigenen Zustand. Wer Verantwortung für andere trägt, muss auch Verantwortung für sich selbst übernehmen. Ein instabiler innerer Zustand wirkt sich auf Entscheidungen, Führung und Beziehungen aus.

Was wünschen Sie sich im gesellschaftlichen Umgang mit Gesundheit?

Mehr Ehrlichkeit. Weniger Heroisierung von Dauerstress. Erschöpfung ist kein Zeichen von Stärke, sondern ein Hinweis darauf, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Gesundheit sollte früher Thema werden, nicht erst bei Problemen.

Welchen Gedanken möchten Sie Menschen mitgeben?

Dass es nie zu früh ist, sich mit der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen. Aber oft zu spät. Gesundheit lässt sich nicht delegieren.

Abschließend gefragt: Was bedeutet für Sie heute ein gelungenes Leben?

Leistungsfähig zu sein, ohne sich selbst zu übergehen. Klar denken zu können. Verantwortung zu tragen und dabei im Kontakt mit sich selbst zu bleiben. Gesundheit ist dafür keine Ergänzung, sondern die Grundlage.

Sie tragen Verantwortung und möchten Ihre Gesundheit nicht länger auf später verschieben?

Wenn Sie Ihren eigenen Zustand besser verstehen und langfristig stabil bleiben möchten, begleitet Cornelius Schelling Menschen dabei, Gesundheit bewusst und individuell anzugehen.

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